Film: Die nationale Fahne deckt jedes Unrecht, jede Unmenschlichkeit, jede Lüge, jede Schandtat, jedes Verbrechen. (Rudolf Rocker)

LeseTipp: Textsammlung bei Anarchismus.at

Video: Es gibt kein richtiges Leben im falschen (Adorno)

LeseTipp: Kritische Theorie.Eine Einführung

Anti-ZAB-Demo in Bielefeld

…UMS GANZE! KAMPAGNENTEXT

Zum Zusammenhang von völkischem Nationalismus mit dem aktuellen Schlamassel des Kapitalismus — und was man dagegen tun kann: der Kampagnentext von …ums Ganze im Jahr 2016

Bundesweite Kampagne gestartet

Veranstaltungsreihe zum Auschwitz-Prozess in Detmold

BuchTipp: VORSICHT VOLK!

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25 Jahre nach Unterzeichnung des Einheitsvertrages erobern überall in Deutschland wahnhafte Bewegungen die Straßen. Sie nennen sich Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen, Reichsbürger oder Friedenswinter.

Einige dieser Zusammenschlüsse sind offen antisemitisch, andere islamophob und wieder andere beides. Sie haben Angst vor Flüchtlingen, „Homosexualisierung“, Kondensstreifen oder einem geheimen weltjüdischen Kontrollrat. Ihre Helden heißen Wladimir Putin und Thilo Sarrazin, ihr gemeinsamer Gegner ist die »Lügenpresse«. Mal sehen sie sich als Linke, mal als Rechte, und ihr gemeinsamer Schlachtruf lautet: „Wir sind das Volk!“ Stimmt das? Sind sie „das Volk“? Und wenn ja: Was genau will dieses Volk?

In „Vorsicht Volk!“ erörtern Autorinnen und Autoren essayistisch die Ursachen, Hintergründe und Gemeinsamkeiten der neuen Wahnbewegungen.

Mit Beiträgen von:
Kirsten Achtelik,
Ivo Bozic,
Harald Dipper,
Jutta Ditfurth,
Stefan Gärtner,
Patrick Gensing,
Willi Jasper,
Anetta Kahane,
Alexander Karschnia,
Kerstin Köditz,
Konstanze Kriese,
Klaus Lederer,
Markus Liske,
Anselm Neft,
Manja Präkels,
Jan Rathje,
Anna Schmidt,
Julia Schramm,
Jörn Schulz,
Heiko Werning,
Elke Wittich und
Deniz Yücel.

Mehr Infos:
verbrecherverlag.de
facebook.com/vorsichtvolk
vorsichtvolk.de
Update: „VORSICHT VOLK!“ als Aboprämie der Wochenzeitung „Jungle World“

Die neue SaZ ist da!

Die neue „Straßen aus Zucker“ könnt ihr kostenlos lesen und bestellen!

FLAFLAbaut

…im Gespräch mit Dr. Bernd Drücke

Dr. Drücke ist Koordinationsredakteur der „graswurzelrevolution“ – Monatszeitung für eine gewaltfreie und herrschaftslose Gesellschaft.

Die Story: Dunkles Deutschland

LeseTipp

Das Buch „ANARCHIE! Idee – Geschichte – Perspektiven“ vom Verlag Edition Nautilus, ist wohl das zur Zeit beste Buch für Einsteiger_innen (und Fortgeschrittene) zum Thema.

Das Buch bekommt ihr mit der ISBN 978-3-89401-537-4 in jeder Buchhandlung und jedem Internet-Versand!

Hier ein paar Rezis zum Buch:

lesen: DeutschlandRadio, graswurzelrevolution, Literaturkritik.de, Titel-Kulturmagazin, Cigar, grundrisse, konsumpf , ZEIT, Hintergrund, Mama Anarchija! (mit PDF der Erstauflage),

sehen: lateart.tv, printzip.de, YouTube.com,

hören: freie-radios.net

Das Cover des Buches:
anarchie!

Noch viel mehr Lesestoff findet ihr über unsere Linkliste unter den Punkten „Versände“ und „Verlage“

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Solidarität muss politisch werden!

Auf die Straße in Frankfurt, Köln & überall

Tagtäglich kommen Tausende Menschen nach Deutschland – trotz Frontex, militarisierten Grenzen und verschärftem Asylrecht. Das ist erstmal ein Grund zum Feiern. Auch cool: Eine überraschend große Anzahl von Menschen engagiert sich hierzulande momentan aktiv in der Solidarität mit Geflüchteten. Also doch noch ein Sommermärchen dieses Jahr? Leider nicht. Denn klar ist jetzt schon, dass die aktuelle Situation nur das Ergebnis einer Krise des menschenverachtenden Grenzregimes ist – an dessen Reparatur ausgerechnet von Seiten jener Politiker*innen bereits fieberhaft gearbeitet wird, die sich gerade als »helles Deutschland« inszenieren. Mehr noch: die Dreistigkeit, mit der dieser Staat und sein Personal die Ergebnisse ihrer Schweinereien zu Anlässen deutscher Hilfsbereitschaft umdichten und versuchen die Dividende der praktischen Solidaritätsarbeit einzustreichen, kann einen immer wieder fassungslos machen. Gerade erst hatte die brutale Flüchtlingsabwehr im Mittelmeer und die soziale Zerstörung Südeuropas durch das Spardiktat zumindest im Ausland klar gemacht, dass der deutsche Hegemon in Europa wirklich alles dafür tut, damit die Sanierung des europäischen Kapitalismus zu Lasten der Schwächsten geschieht – da geht Deutschland schon wieder in die PR-Offensive.

Doch täglich sterben immer noch zahlreiche Menschen auf lebensgefährlichen Fluchtrouten, die sie nur deswegen wählen, weil die Abschottung Europas durch Frontex und das Dublin-II-Abkommen (beides maßgeblich auf deutschen Druck hin eingeführt) ihnen kaum eine Wahl lässt. Umso verlogener ist die aktuelle Schlepper-Debatte. Die Militarisierung der Außengrenzen bringt diesen Berufszweig überhaupt erst hervor. Aber egal: Deutschland hilft! Meint zumindest die Medienlandschaft. Da braucht man von der weltweiten Fließbandproduktion von „Fluchtursachen“, die notwendige Kollateralschäden des deutschen Exportmodells sind, gar nicht erst anfangen. Die Logik ist so bösartig, wie bestechend: „Wir“ verwüsten zwar mit Waffenexporten und einem allgemeinen Wirtschaftskrieg immer mehr Teile der Welt, konkurrieren die anderen nieder und zerstören ihre Märkte, aber hey, wenn die Leute es an unserem lebensgefährlichen Wachpersonal vorbei schaffen, dann gibt es auch mal ein paar Zelte. An den Zwecken staatlicher Politik hierzulande hat sich dadurch aber gar nichts geändert. Das zeigt sich schon daran, dass sie nicht Mal jetzt das Scheitern eingesteht und endlich die Abschottung Europas beendet. Im Gegenteil. Im Schatten des »hellen Deutschlands« wird bereits an neuen Maßnahmen zur Verfeinerung des Grenzregimes gearbeitet (spezielle Abschiebelager für Roma, Verschärfung des Asylrechts, Ausweitung angeblich „sicherer Herkunftsländer“). Spätestens die Aussetzung des Schengenabkommens und die Schließung der Grenzen zu Österreich mit Hundertschaften der Bundespolizei haben endgültig klar gemacht, dass dieses Sommermärchen nur der Auftakt für eine weitere Brutalisierung der Abschottung ist.

Angesichts eines absehbaren Fachkräftemangels will man in der Mitte der Gesellschaft – und das unterscheidet z.B. die SPD von Pegida – zwar durchaus Einwanderung. Doch die soll „der Wirtschaft“ dienen. Das heißt, willkommen sind nur schon möglichst gut ausgebildete Menschen. Alle anderen, auf die dieses Anforderungsprofil nicht passt, sind dies eben nicht und werden als Kostenfaktoren behandelt. Entgegen allen Beteuerungen, die Menschenwürde jedes Einzelnen zu schützen, wird das „Grundrecht auf Asyl“ so endgültig zum Instrument einer an ökonomischen Kriterien orientierten Bevölkerungspolitik gemacht. Das ist der Kern der deutschen Willkommenskultur. Zudem ist jetzt schon absehbar: An der herrschenden Einrichtung der Welt soll sich nichts ändern. Damit aber sind Verteilungskonflikte vorprogrammiert. Und dass das Staatspersonal bereit ist, »die deutsche Kindergärtnerin« gegen »den Flüchtling« auszuspielen, ist keine Unterstellung; Finanzminister Schäuble hat genau das schon angekündigt. Dabei ist die sogenannte Flüchtlingskrise selbst das Ergebnis eines inszenierten Notstandes. Eines Notstandes, der dazu dient, eine logistische Überforderung dort zu suggerieren, wo tatsächlich ein Problem der kapitalistischen Form des Reichtums und seiner Verteilung vorliegt. Denn es stimmt nicht, dass zu wenig für alle da ist. Nur unter den Bedingungen von Privateigentum und Konkurrenz gibt es für die Meisten immer kleinere Stücke von einem immer größeren Kuchen.

All das zeigt: Das Problem ist nicht bloß der braune Mob aus Heidenau und seine Stichwortgeber von Pegida bis zur CSU. Von denen distanziert man sich, damit der eigene Nützlichkeitsrassismus an ihnen seine weiße Weste zeigen kann. Klar, das Problem heißt Rassismus – damit heißt es aber auch Deutschland. Das ist mehr als eine Phrase. Denn es meint: Das Problem ist ein Staat, der vor keiner Schweinerei zurückschreckt, um sein Geschäftsmodell zu verteidigen. Übrigens gilt das gleiche für die EU, die nur der erweiterte Rahmen für das gleiche Geschäft ist. So positiv die zivilgesellschaftliche Hilfsbereitschaft vieler Leute ist, so gefährlich ist es daher, wenn sich diese Solidarität nicht ins Politische wendet und den Konflikt mit dem Bestehenden sucht. Denn sonst wird am Ende ausgerechnet die Verantwortung für das Elend der Anderen noch zum Argument für die nationalistische Identifikation mit dem eigenen Standort gemacht – und das bereitet nur die nächsten Schweinereien vor.

Eine humane Perspektive ist nur im praktischen Widerstand gegen diesen Staat, seine Politik und sein Personal zu haben. An Gelegenheiten dazu mangelt es in nächster Zukunft nicht. Daher rufen wir dazu auf, sich dem staatlichen Rassismus wie dem Rassismus der Straße jetzt mit allen nötigen Mitteln entgegenzustellen. Konkret heißt das: Erstens mit möglichst vielen gegen den Mob vorgehen, wo immer er auch auftaucht. Zweitens am 2. und 3. Oktober in Frankfurt die deutschen Einheitsfeierlichkeiten, die zynischerweise unter dem Motto „Grenzen überwinden“ stehen, mit dem Begleitprogramm zu beehren, das sie verdienen. Drittens am 25. Oktober in Köln eine Neuauflage der rassistischen Hogesa-Mobilisierung zu sabotieren und am Vortag auf der antirassistischen Demonstration deutlich zu machen, dass der Staat nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist. Last but not least meint das, viertens, überall und mit allen nötigen Mitteln die vielen kleinen Versuche, Löcher in die Abschottung zu reißen und Fluchthilfe zu organisieren, praktisch zu unterstützen und den politisch Verantwortlichen bundesweit das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die Mauern der Festung Europa wackeln, helfen wir mit, sie einzureißen.

2./3. Oktober Frankfurt:
Aktionen gegen die „Einheitsfeierlichkeiten“
grenzenueberwinden.de

24./25. Oktober Köln:
Antirassistische Demonstration und Sabotage der geplanten „HoGeSa“ Neuauflage
antifa-ak.org

Immer & Bundesweit:
umsganze.org

…ums Ganze! im September 2015

Nazis verlassen das Bahnhofsgebäude in Lage

Stadt kauft „Road Crew“-Clubhaus / Rechtsextreme verlassen das Bahnhofsgebäude in Ehlenbruch

LZ-Bericht von Marcus Gentschenfelde und Thorsten Engelhardt

Rechtsrock-Konzerte, konspirative Treffen und Partys mit szenebekannten Größen: Das wird es im Ehlenbrucher Bahnhofsgebäude nicht mehr geben. Die Stadt Lage will das Ex-Clubhaus der „Road Crew“ OWL als Bauhoflager nutzen.

Lage-Kachtenhausen. Der Kauf des Ehlenbrucher Bahnhofsgebäudes durch die Stadt hat bei den Mitgliedern der „Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch“ gestern Freude und Verwunderung zugleich ausgelöst. „Dass der braune Spuk bereits nach eineinhalb Jahren in Kachtenhausen vorerst ein Ende hat, überrascht uns schon“, sagt Michael Sieberts, Sprecher der Initiative. Die hatte sich gegründet, nachdem die LZ im Oktober erstmals über die Aktivitäten der „Road Crew“ in Ehlenbruch etwa als Ausrichter von Rechtsrock-Konzerten berichtet hatte. Mit verschiedenen Aktionen hatten Mitglieder der Initiative, Einwohner und Vertreter der Politik Widerstand gegen das Treiben der „Road Crew“ gezeigt. „Die versuchte, hier Fuß zu fassen, und ist letztendlich am öffentlichen Druck gescheitert“, sagt Sieberts. Er und seine Mitstreiter hätten bereits in den vergangenen Monaten beobachtet, dass es ruhiger um den Bahnhof geworden und das Gelände nicht mehr gepflegt worden sei. „Wir freuen uns über den Eigentümerwechsel und fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt“, sagt Sieberts. Der plötzliche Verkauf bekräftige die Annahme der „Road Crew“-Gegner, dass die Gruppe ihren Treffpunkt von der Öffentlichkeit unbehelligt betreiben wolle. Das sei nach den Veröffentlichungen und Aktionen kaum noch möglich gewesen. Dennoch sei weiterhin Wachsamkeit geboten. „Die ländliche Region wird von Rechten als Rückzugsraum geschätzt. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Road Crew bereits eine neue Unterkunft gefunden hat“, ist sich Sieberts sicher.

Der Polizeiliche Staatsschutz in Bielefeld, der in der Vergangenheit die Gruppe in Ehlenbruch kontrolliert hatte, sei über den Auszug informiert. „Dem Polizeilichen Staatsschutz sind die Entwicklungen rund um die Road Crew in Lage bekannt. Er hat die Road Crew weiterhin im Blick“, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage der LZ.

Die Stadt will ihre neue Immobilie vorerst als Lager für den Bauhof nutzen. „Darüber hinaus haben wir nun die Möglichkeit, einen Teil des Areals für die Vergrößerung des Bahnhofsparkplatzes herzurichten“, sagt der Beigeordnete Thorsten Paulussen. Die vorhandenen Stellflächen hatte die Stadt Lage bereits in der Vergangenheit immer für Pendler gepflegt, obwohl sie nicht Eigentümerin des Areals war. „Wir sind froh, dass wir das Gebäude kaufen konnten, wodurch sich Situation dort deutlich beruhigen dürfte.“

Undercover unter Neonazis

Filmveranstaltung mit Regisseur Peter Ohlendorf aus Freiburg am Donnerstag den 18.6. um 19.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Werreanger in Lage

Stoppt die Neonazis und den Rechtsrock in Lage-Ehlenbruch!

Seit letztem Jahr ist bekannt, dass die so genannte Road Crew OWL den ehemaligen Bahnhof in Ehlenbruch erworben hat; diese Gruppe hat dort, genauso wie in der Vergangenheit schon an anderen Orten, ein Rechtsrockkonzert organisiert. Aus vielen Veröffentlichungen unter anderem auch durch den Film “Blut muss fließen …Undercover bei Nazirockkonzerten” ist bekannt, dass nicht nur rassistische und volksverhetzende Texte durch die dort auftretende Bands verbreitet werden, sondern ebenso durch Zuschauer Hitlergrüsse gezeigt und antisemitische Texte gerufen werden. Ebenso ist bekannt, dass durch solche Konzerte aufgehetzt, es in der Vergangenheit nach diesen Konzerten zu Überfällen von Konzertbesuchern auf Migranten gekommen ist.

Wir sind der Meinung, dass wir nicht zu gucken dürfen, wie sich dort ein auch überregionaler Treffpunkt etabliert, der regelmäßig von Neonazis und anderen äußerst Rechten besucht wird. Der Rat der der Stadt Lage hat sich darum einstimmig gegen solche Aktivitäten aus gesprochen. Die Zivilgesellschaft muss aufstehen, um sich den Neonazis entgegen zu stellen. Engagieren kann man sich in der „Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch“ (Kontakt: initiative_ehlenbruch@gmx.de)

Zum Film: „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ ist ein Dokumentarfilm und Buch über das konspirative Milieu von Rechtsrock-Konzerten. Der Film basiert auf einer neunjährigen verdeckten Filmrecherche des Journalisten Thomas Kuban auf Nazi-Konzerten, die die extreme Gewaltbereitschaft, Rassismus, und Antisemitismus darstellt.

Viele Konzerte werden durch das verbotene Netzwerk “Blood and Honour”, Division 28, aber auch der NPD und deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten organisiert, bei welchen es zum Teil zu Straftaten, meist Volksverhetzung, kommt.

Als Rahmenhandlung werden die verdeckten Dreharbeiten und gesellschaftlichen und politischen Hintergründe dokumentiert. Der Film kritisiert auch Sicherheitsbehörden, die selten einschreiten, und politische Relativierung von Rechtsrock, stellt aber ebenso Bürgerinitiativen vor, die sich erfolgreich gegen Rechtsrock gewehrt haben.

„Blut muss fließen“ wurde privat vorfinanziert und von keiner Filmförderung oder Fernsehanstalt unterstützt. Der Film wurde auf der Berlinale 2012 gezeigt und erhielt den 2. Preis des Alternativen Medienpreises 2012.

Zu der Veranstaltung laden ein: Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold und die Stadt Lage