Update: Konspiratives und NS-verherrlichendes Rechtsrock-Konzert am 24. März 2018 in OWL

UPDATE: Unbehelligt: „Blood and Honour“-Konzert in Porta Westfalica-Veltheim

Für den 24. März 2018 bewerben Neonazis bundesweit, und auch international (so beispielsweise die britische Website des in Deutschland verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks), ein Konzert der beiden Musiker Jens Brucherseifer und Martin Böhne von der Rechtsrock-Band „Sturmwehr“ – als Liedermacher-Duo „Jens und Martin“ – im Rahmen einer „Akustiktour 2018″ in „OWL“ beziehungsweise „Ostwestfalenland“ als „keine öffentliche Veranstaltung“. Interessierte müssen über eine E-Mail-Adresse den genauen Ort der Veranstaltung erfragen.

Von Alexandra Hütte und Michael Heinrichs

Die Band „Sturmwehr“ existiert seit 1993 und ist in der Neonazi-Szene sehr beliebt. Sie hat zahlreiche Alben veröffentlicht. Bandleader ist der Gelsenkirchener Neonazi Jens Brucherseifer. Seit einiger Zeit wird er von den Hammer Neonazis Martin Böhne (Gitarre) und Patrick Gerstenberger (Schlagzeug) unterstützt. „Sturmwehr“ tritt live in Bandbesetzung sowie als Liedermacher-Duo auf. Am 24. März 2018 wollen Martin Böhne und Jens Brucherseifer als Liedermacher-Duo in „OWL“ auftreten.

„Sturmwehr“ verherrlichen in ihren, teilweise nach Jugendschutzgesetz indizierten, Liedern die NS-Zeit und die Wehrmacht, auch verbreiten sie antisemitische Stereotype.

Das Cover der CD „Büßersyndrom“ von 2016 zeigt eine Fotomontage, auf der drei orthodoxe Juden über dem Berliner Holocaust-Mahnmal zu sehen sind, vom Himmel über ihnen regnen Dollarscheine herab. Im Vordergrund sind lodernde Flammen abgebildet. Dies ist als Verweis auf den nationalsozialistischen Massenmord an den Jüdinnen und Juden Europas zu interpretieren, da sich das Wort Holocaust vom griechischen Begriff für „Brandopfer“ ableitet. Die Nationalsozialisten verbrannten ihre ermordeten Opfer in den Krematorien der Vernichtungslager.

Im Titelsong dieses Albums sehnen „Sturmwehr“ unter anderem im „Reichsbürger“-Duktus den Untergang der Bundesrepublik herbei, die sie „GmbH“ nennen. Im Song „Büßersyndrom“ selbst heißt es in einem antisemitisch konnotierten und den Holocaust indirekt leugnenden Text, die „Siegermächte“ hätten nach Ende des Zweiten Weltkrieges jahrzehntelang die Geschichtsschreibung manipuliert. Dies sei eine „höchst profitable Propagandamasche“ auch der „internationalen Hochfinanz“ – also der Jüdinnen und Juden –, die jene Lüge verbreitet hätten. Und weiter: „Die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, und ein Gesetz, das sie trägt. Geschaffen von uralter, abscheulicher Gestalt, ein ganzes Volk in Ketten gelegt … “

Im Song „Ewiges Banner“ auf derselben CD werden chiffriert die Hakenkreuz-Flagge und der Nationalsozialismus glorifiziert, indem gesungen wird: „Heilig hohes blutrotes Banner, ewiges Zeichen von Leben und Glück. Verbunden mit uns seit tausenden von Jahren, soweit reicht deine Entstehungsgeschichte zurück. ( … ) Heil bringendes Zeichen einer aufgehenden Saat ( … ) ich schwöre nun den Fahneneid ( … ) wir haben niemals kapituliert ( … ) sind wir noch immer im Krieg.“

Angesichts solcher Texte, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch am 24. März 2018 zu hören sein würden, müssen die Behörden, insbesondere die zuständigen Staatsschutz-Abteilungen für den Regierungsbezirk Detmold und der Polizeiinspektion Nienburg / Schaumburg, alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese NS-Verherrlichung zu verhindern. Bei dem beworbenen Konzert handelt es sich schließlich eindeutig nicht um eine private, sondern um eine kommerzielle Veranstaltung.

NaziKonziOWL


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