10.11.: Naziaufmarsch in Bielefeld verhindern

Für den 10.11. mobilisieren Neonazis bundesweit zu einem sogenannten Solidaritätsaufmarsch mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck nach Bielefeld. Die 89 Jährige ist seit Mai in der JVA Bielefeld-Brackwede inhaftiert und sitzt eine 2jährige Haftstrafe wegen 8facher Volksverhetzung ab.

Durch ihre jahrzehntelangen Umtriebe in verschiedenen geschichtsrevisionistischen Organisationen hat sie nicht nur bei rechten Esoteriker*innen und Verschwörungstheoretiker*innen zweifelhaften Kultstatus. Indem sie immer wieder öffentlichkeitswirksam den Holocaust leugnet, vereint sie verschiedene Spektren der extremen Rechten. Die Nazis stilisieren sie bereits jetzt als Opfer einer von ihnen erdachten “Gesinnungsjustiz” und versuchen so sie zur Märtyrerin zu machen.
Bereits am Tag ihrer Inhaftierung im Mai riefen Neonazis zu einer ersten Solidaritätsdemo auf: Etwa 450 Anhänger*innen der extremen Rechten beteiligten sich nach 3 Tagen öffentlicher Mobilisierung an dem Aufmarsch im Bielefelder Stadtteil Quelle, während die Polizei einen großen Teil des Gegenprotests mehrere Kilometer vom Aufmarschort entfernt gewaltsam einkesselte.
Für die geplante Demonstration im November rechnen wir, angesichts der langen Vorlaufzeit, mit einer noch größeren Beteiligung von Holocaustleugner*innen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Egal wie viele Nazis kommen werden, wir werden uns ihnen entschlossen entgegen stellen! Insbesondere einen Tag nach dem 09.November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, werden wir es nicht hinnehmen, dass hunderte Nazis durch die Straßen Bielefelds laufen!

Gerade an diesem historischen Datum, wollen wir uns nicht nur gegen die Nazis wenden, sondern auch ihrer Opfer gedenken. Ob es die Millionen Ermordeten des Holocaust sind oder die Opfer des NSU. Sie mussten sterben, weil sie nicht in eine menschenverachtende Ideologie passten, eine Ideologie die Menschen in “lebenswert” und “lebensunwert” einteilt.
Wir leben in einer Zeit des gesellschaftlichen Rechtsrucks, einer Zeit in der die Anhänger*innen dieser Ideologie neuen Aufwind spüren und selbstbewusst auf die Straßen drängen. Wir können diese Entwicklung überall beobachten: Von Chemnitz bis Dortmund, von den USA bis nach Italien.
Doch überall wo sich diese Ideologie zeigt, gibt es auch Widerstand. Mutige Antifaschist*innen wie Georg Elser oder Heather Heyer stellten sich ihnen in den Weg und mussten dafür zum Teil mit dem Leben bezahlen. Wir wollen auch diesen Menschen gedenken und uns an ihre Kämpfe erinnern!

Die Schlussfolgerung daraus kann nur heißen: Nie wieder! Gedenken heißt kämpfen!

Beteiligt euch am 9.11. an der Vorabend- und Gedenkdemo!

Kommt am 10.11. nach Bielefeld und verhindert mit uns gemeinsam den Naziaufmarsch!

SEEBRÜCKE: Schafft sichere Häfen

Notorisch hinter Gittern

Nazis demonstrierten für die inhaftierte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck

Die zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte Holocastleugnerin Ursula Haverbeck ist am Montag vergangener Woche verhaftet worden. Drei Tage später demonstrierten 400 Neonazis vor der Justizvollzugs­anstalt Bielefeld, in der sie einsitzt. Die Kundgebung war ein ­skurriler Szenetreff.

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NazisinBielefeld

20 Jahre sind nicht genug

»Jungle World« – der Film

Der Film von Mischa Pfisterer und Malte Voß ist ein Porträt zur Geschichte und Gegenwart der Jungle World: Mit Archivaufnahmen aus der Gründungsphase, Zeitzeugeninterviews und Gesprächen mit Wegbegleiterinnen und Autoren.

Ehemalige und heutige Redakteurinnen äußern sich zum Selbstverständnis des Blattes, zu internen und äußeren Konflikten sowie den Vorzügen und Schwierigkeiten der Zeitungsproduktion im Kollektiv. Die Entwicklung der politischen Linken nach 1990 ist als Bezugsrahmen und Streitobjekt ein Leitmotiv des Films.

»20 Jahre sind nicht genug« (D 2017, Mischa Pfisterer & Malte Voß, 45 Min)

Den Film könnt ihr euch hier kostenlos ansehen:
https://jungle.world/sites/default/files/video-thumbnails/2018-01/JungleFilm.mp4

Die wilde 13

Update: Konspiratives und NS-verherrlichendes Rechtsrock-Konzert am 24. März 2018 in OWL

UPDATE: Unbehelligt: „Blood and Honour“-Konzert in Porta Westfalica-Veltheim

Für den 24. März 2018 bewerben Neonazis bundesweit, und auch international (so beispielsweise die britische Website des in Deutschland verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks), ein Konzert der beiden Musiker Jens Brucherseifer und Martin Böhne von der Rechtsrock-Band „Sturmwehr“ – als Liedermacher-Duo „Jens und Martin“ – im Rahmen einer „Akustiktour 2018″ in „OWL“ beziehungsweise „Ostwestfalenland“ als „keine öffentliche Veranstaltung“. Interessierte müssen über eine E-Mail-Adresse den genauen Ort der Veranstaltung erfragen.

Von Alexandra Hütte und Michael Heinrichs

Die Band „Sturmwehr“ existiert seit 1993 und ist in der Neonazi-Szene sehr beliebt. Sie hat zahlreiche Alben veröffentlicht. Bandleader ist der Gelsenkirchener Neonazi Jens Brucherseifer. Seit einiger Zeit wird er von den Hammer Neonazis Martin Böhne (Gitarre) und Patrick Gerstenberger (Schlagzeug) unterstützt. „Sturmwehr“ tritt live in Bandbesetzung sowie als Liedermacher-Duo auf. Am 24. März 2018 wollen Martin Böhne und Jens Brucherseifer als Liedermacher-Duo in „OWL“ auftreten.

„Sturmwehr“ verherrlichen in ihren, teilweise nach Jugendschutzgesetz indizierten, Liedern die NS-Zeit und die Wehrmacht, auch verbreiten sie antisemitische Stereotype.

Das Cover der CD „Büßersyndrom“ von 2016 zeigt eine Fotomontage, auf der drei orthodoxe Juden über dem Berliner Holocaust-Mahnmal zu sehen sind, vom Himmel über ihnen regnen Dollarscheine herab. Im Vordergrund sind lodernde Flammen abgebildet. Dies ist als Verweis auf den nationalsozialistischen Massenmord an den Jüdinnen und Juden Europas zu interpretieren, da sich das Wort Holocaust vom griechischen Begriff für „Brandopfer“ ableitet. Die Nationalsozialisten verbrannten ihre ermordeten Opfer in den Krematorien der Vernichtungslager.

Im Titelsong dieses Albums sehnen „Sturmwehr“ unter anderem im „Reichsbürger“-Duktus den Untergang der Bundesrepublik herbei, die sie „GmbH“ nennen. Im Song „Büßersyndrom“ selbst heißt es in einem antisemitisch konnotierten und den Holocaust indirekt leugnenden Text, die „Siegermächte“ hätten nach Ende des Zweiten Weltkrieges jahrzehntelang die Geschichtsschreibung manipuliert. Dies sei eine „höchst profitable Propagandamasche“ auch der „internationalen Hochfinanz“ – also der Jüdinnen und Juden –, die jene Lüge verbreitet hätten. Und weiter: „Die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, und ein Gesetz, das sie trägt. Geschaffen von uralter, abscheulicher Gestalt, ein ganzes Volk in Ketten gelegt … “

Im Song „Ewiges Banner“ auf derselben CD werden chiffriert die Hakenkreuz-Flagge und der Nationalsozialismus glorifiziert, indem gesungen wird: „Heilig hohes blutrotes Banner, ewiges Zeichen von Leben und Glück. Verbunden mit uns seit tausenden von Jahren, soweit reicht deine Entstehungsgeschichte zurück. ( … ) Heil bringendes Zeichen einer aufgehenden Saat ( … ) ich schwöre nun den Fahneneid ( … ) wir haben niemals kapituliert ( … ) sind wir noch immer im Krieg.“

Angesichts solcher Texte, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch am 24. März 2018 zu hören sein würden, müssen die Behörden, insbesondere die zuständigen Staatsschutz-Abteilungen für den Regierungsbezirk Detmold und der Polizeiinspektion Nienburg / Schaumburg, alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese NS-Verherrlichung zu verhindern. Bei dem beworbenen Konzert handelt es sich schließlich eindeutig nicht um eine private, sondern um eine kommerzielle Veranstaltung.

NaziKonziOWL

UPDATE: Buchtipp: Die autoritäre Revolte

Update: Am Dienstag den 27.03.2018 stellt Volker Weiß sein Buch in Bielefeld vor!!!

Link zum Buch >>> V. Weiß: Die autoritäre Revolte

Erklärung des AJZ Bielefeld zur Kriminalisierung des Halim-Dener-Graffiti

Am 30.06.1994 wurde Halim Dener in Hannover beim Plakatieren von der Polizei erschossen. Der tödliche Schuss traf den 16-jährigen Kurden in den Rücken während er Plakate mit dem Symbol der ERNK (Nationale Befreiungsfront Kurdistans) aufhängte.

Schockiert und wütend über diesen Mord, malte ein junger Sprayer ein Gedenk-Graffiti auf den Rollladen vom Infoladen Anschlag an der Heeperstr. 132 im Gebäude des AJZ (Arbeiter*innenjugend-zentrum) Bielefeld. Auf dem Bild zu sehen: „Ermordet von Bullen“ „Dieses Jahr in Hannover“, „Ich hoffe das ich nie von Bullen beim Sprühen erschossen werde“ und ein Portrait von Halim Dener.

´dener

Dieses Bild, das wir jedes Mal sehen, wenn wir ins AJZ gehen, ist für uns wichtig. Es erinnert an den Mord. Es lässt uns nicht vergessen, wie es in diesem Staat zugeht. Es ist nicht irgendein Graffiti, sondern eines, das seit 23 Jahren nicht übermalt, sondern erhalten wurde. Das Bild ist auch ein Gruß an unsere kurdischen Freund*innen, die von der Repression des deutschen Staates häufig heftiger getroffen werden als wir.

Nun fordert uns die Polizei Bielefeld nach mehr als zwei Jahrzehnten auf, das Bild zu entfernen, da es für sie eine Straftat darstellt. In einem Schreiben wurde mitgeteilt, dass von einer Strafverfolgung abgesehen werde, wenn das Graffiti bis zum 23.02.2018 entfernt werden wird.

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Das FAU-Lokal in Bielefeld

Seit 2013 befindet sich das FAU LOKAL in der Metzer Straße 20. Grund der Eröffnung war, einen festen Anlaufpunkt in Bielefeld zu schaffen, nachdem die FAU BIELEFELD sich über die Jahre schon an Orten wie der Bürger*innenwache, dem AJZ oder dem Umweltzentrum getroffen hat.

FAU-Lokal

Mittlerweile bieten wir schon im fünften Jahr unsere gewerkschaftliche Erstberatung an jedem Montag zwischen 16 und 18 Uhr im FAU-LOKAL an. Natürlich finden auch die Treffen des Allgemeinen Syndikat der FAU BIELEFELD immer montags in den ungeraden Kalenderwochen ab 18:30 Uhr hier statt.

Doch vor Ort wird nicht nur über Strategien für die Überwindung der herrschenden Zustände diskutiert, sondern auch versucht, einen herrschaftsfreien Umgang untereinander zu pflegen, um dadurch ein Zusammenarbeiten auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die FAU als anarcho-syndikalistische Gewerkschaft strebt eine libertäre, klassenlose Gesellschaft an, in der alle Menschen gemäß ihren Bedürfnissen leben und ihre Fähigkeiten frei entfalten können. Diese Form des Zusammenlebens kann nicht auf einen fernen Tag „nach der Revolution“ verschoben werden, sondern muss im Hier und Jetzt erlernt und praktiziert werden, um Strukturen zu schaffen, auf die aufgebaut werden kann. Strukturen, die ein Fundament für einen radikalen Neuaufbau der gesellschaftlichen Zustände bieten.

Veranstaltungen im FAU LOKAL:

Um Selbstbildung im Sinne eines hierarchiefreien Wissenserwerbs geht es beim am letzten Freitag des Monats stattfindenden SCHWARZEN FREITAG. Bei dieser Veranstaltung schauen wir gemeinsam Filme oder haben einfach nur einen netten Abend bei netter Musik und noch netteren Gesprächen; welche aber auch schon mal in einen lebhaften Diskurs münden können und dürfen.

Des Weiteren gibt es regelmäßige Vorstellungen anarchistischer Ideen bei den ANARCHISTISCHEN KLASSIKER*INNEN, gemeinsame Kochaktionen, Spieleabende, Lesungen und alles, was uns sonst noch so einfällt.

DAS FAU LOKAL ALS SOZIALES ZENTRUM BENÖTIGT MENSCHEN DIE IHRE IDEEN EINBRINGEN. DARÜBER HINAUS KÖNNEN WIR NICHT VERSCHWEIGEN, DASS DAS FORTBESTEHEN AUCH FINANZIELLE DECKUNG BRAUCHT.

Spendet einmalig oder auch gerne regelmäßig einen kleinen Betrag eurer Wahl an:

FAU Bie­le­feld
IBAN: DE47 8306 5408 0004 7884 78
BIC: GENODEF1SLR
Deut­sche Skat­bank

WebLink: http://bielefeld.fau.org

Podiumsdiskussion: Bye-bye Westen?

Auf der Suche nach emanzipatorischen Konzepten gegen Rassismus, Nationalismus, Islamismus und Antisemitismus

Podiumsdiskussion vom 22.07.2017 mit Stefanie Kron (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Ivo Bozic und Jörn Schulz (beide Jungle World). Moderation: Lothar Galow-Bergemann (Emanzipation und Frieden)

Ankündigungstext zur Veranstaltung: Es ist beunruhigend, wenn es schon als beruhigend gilt, dass kaum mehr als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler eines europäischen Landes für eine rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin stimmten. Sind bürgerliche Demokratie und kapitalistische Globalisierung Auslaufmodelle? Die Linke ist in der politischen Defensive. Wie können Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Islamismus bekämpft werden? Wir wollen über emanzipatorische Konzepte gegen Rassismus, Nationalismus, Islamismus und Antisemitismus diskutieren, die über die Verteidigung demokratischer Standards hinausgehen.

Die AfD in OWL

„Die Linke“-Lippe im Querfrontsumpf?

Die Partei „Die Linke“ in Lippe hat auf ihrer Homepage die „NachDenkSeiten“ verlinkt. Sie will sie auch nach mehreren Hinweisen (s.u.) nicht von der Seite nehmen.

Hier eine kleine Presseschau zu den „NachDenkSeiten“:
taz.die tageszeitung
neues deutschland
Berliner Zeitung
Frankfurter Rundschau
http://querfrontseiten.blogspot.de/
u.s.w.

Lemgo: Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Auf das Flüchtlingsheim im alten Hansa-Hotel wurde ein Brandanschlag verübt. Der oder die Täter zündeten im unteren Stockwerk, des fast leeren Heimes, eine Matraze an. Die Brandmelder schlugen aber Alarm und das Feuer konnte von den noch dort wohnenden Flüchtlingen gelöscht werden. Hier der Bericht der „LZ“

Die „Strassen aus Zucker“ #12 ist draussen

Hier kostenlos online lesen:

Zumtobel: Polizeieinsatz gegen Streikende

von Hans-Gerd Öfinger

Seit zwei Wochen streiken die Beschäftigten des Leuchtenwerks Zumtobel in Usingen (Hessen) für einen Sozialtarifvertrag und protestieren gegen die geplante Demontage und Schließung des Betriebs. In den beiden letzten Tagen hat sich der Konflikt zwischen den in der IG Metall organisierten Beschäftigten und dem Zumtobel-Konzern weiter zugespitzt.

So erlebten die Streikenden am Mittwoch vor dem Werktor einen massiven, martialisch anmutenden Polizeieinsatz. Sie harren seit dem 1. September Tag und Nacht vor dem Tor aus und wollen damit verhindern, dass eine Demontage der Produktionsanlagen ihre Verhandlungsposition schwächen könnte. Am Mittwochvormittag fuhr ein Lkw-Konvoi in Begleitung starker Polizeikräfte vor und begehrte Einlass ins Werk. Die Streikenden blockierten jedoch den Zugang. Die Werksleitung pochte auf ihr Hausrecht und drohte mit der Räumung. „Der Polizeieinsatz hat uns aufgerüttelt“, berichtet uns ein streikender Kollege und Augenzeuge: „Obwohl wir nicht gewaltbereit waren, erschienen für jeden von uns mindestens zwei Polizisten im Kampfanzug mit Schildern und Knüppeln. Auch ein Polizeihund war dabei. Mit Polizeikameras wurden wir alle gefilmt. Das war völlig überzogen und eine Verschwendung von Steuergeldern.“

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